Bund

  1. Die Einberufung
  2. Grundausbildung
  3. Prinz-Leopold-Kaserne Regensburg

Vorbemerkung:
Ich war nicht gerne beim Militär. Es war eine verlorene Zeit. Die Zeit hat bei mir einiges verblassen lassen, im Urteil wird man im Lauf der Jahre auch etwas milder. Aber ich erzähle nicht nur von Lagerfeuerromantik und toller Kameradschaft, auch brachte mir das Militär nicht Zucht und Ordnung bei, wie einige aus dem Dorf von sich behaupteten. Dabei nahmen Sie den Bund nur genauso kritiklos hin wie die Binsenweisheiten ihrer Eltern, die diese für Erziehung hielten.

Ich hatte auch keine Schwierigkeiten mit dem Befehl und Gehorsamssystem. Nicht mehr zumindest als jeder 20-jährige mit autoritären Systemen hat. Mich störte nur, wie der Bund in Befehlsgeber und Gehorsamzuseiende einteilte. Dies ging nämlich nicht nach Fähigkeit. Im normalen Leben schickt man den Dümmsten mit abgezähltem Geld und Zettel für die Wurstverkäuferin aufs Vesperholen. Den Klügeren überlässt man mehr die Denkaufgaben. Der Bund macht das notgedrungen anders. Viele der Nachteile der Befehlsgeber sollen mit Ausbildung ausgeglichen werden. Doch man investiert in Fachausbildungen wie zum Beispiel “Panzerfaustunterichthalten”, wo oftmals Basisbildung notwendig gewesen wäre. Mit körperlicher Fitness kann man zudem auch noch Mängel in Denkfächern wettmachen. Einige der Vorgesetzten können kaum Lesen und Schreiben, Grundrechnen gerade so, Dreisatz halten sie für eine olympische Sprungdisziplin und nur rudimentär vorhandene sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird durch  eine Art Bundeswehrkauderwelsch ersetzt. Die Vorgesetzten dieser Vorgesetzten helfen natürlich auf die harte Tour, indem sie zeigen, wie man mit den klugscheissenden Wehrpflichtigen fertig wird. So wundert es nicht wenn intrigante Schweine produziert werden.
Die klingt sehr anmaßend, aber dieses System spuckte damals diese Menschen nach vier, acht oder zwölf Jahren aus. Die besten kommen unter, in der Wirtschaft oder beim Staat, zumindest in Guten Zeiten mit wenig Arbeitslosigkeit, der Rest bleibt hängen, im besten Fall im sozialen Netz. Problem mit der Realität haben fast alle durch die jahrelange einseitige Wahrnehmung. Ich weiß wovon ich rede, ich habe in der 4. viele Gesuche und Anträge auf Wiedereinstellung gelesen. Das war erschütternd und traurig....
Aber das hierarchische System bietet auch viel Platz für fähigkeitsarme Opportunisten, sadistische Misanthropen und fiese denunzierende Schweine.
Ich habe auch viele aufrechte Menschen dort kennengelernt, vom Gefreiten bis zum Oberstleutnant, sehr kluge und herzliche Menschen, ich habe mich oft gefragt, wie die das ganze nur aushalten konnten. Die meisten hatten mir soziale Kompetenz voraus, für manche wars ein Job, nicht wenige litten auch drunter.
Aber ihr wisst ja, ein einziger Furz kann 50 Kubikmeter beste Raumluft ungeniessbar machen.
Im Juli wurden vorwiegend Abiturienten eingezogen, die hatten es sowohl bei den Vorgesetzten, als auch bei den anderen Wehrpflichtigen nicht leicht. Diese aber auch nicht mit den Abiturienten, viele waren wirklich Klugscheisser. Ich war einer von Ihnen (hehe), aber ich kam ja aus einer normalen Gesellschaftsschicht und verkehrte nicht nur mit “Meinesgleichen”.
Trotz allem Irrsinn, wars auch manchmal lustig,...... aber eben nicht für alle....