Dichtung

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Vor meiner Erschiessung,
oder der Defätist und der trojanische Esel

Entschuldigt, ich hab eine Frage
zu unsrer politischen Lage.
Krieg? Herr General?
Krieg für was? Krieg für wen?
Ach gegen das! Ach gegen den!
Ja.... dann...!

Was Herr General?
ich sollte mich doch gleich hier melden,
ich sei wohl einer jener Helden,
die einst Troja erobert hatten,
von Priamos und dessen Ratten.

Herr General, ihr seid mir einer!
Tollkühn und auch noch einfallsreich.
Wenns brenzlig wird, gedenkt ihr meiner,
doch ich bin dem Odysseus gleich.

Ich weiss, wie wir den Feind bezwingen,
klar ... auf ein Pferd fällt keiner rein.
Mit eurem Kopf wird es gelingen,
Herr General schlagt bei mir ein.

Euren Kopf, ...aus Holz...., Herr General,
gefüllt mit Kriegern, nur den Guten,
euren Kopf, den wolln sie allemal,
und wer könnt schon was drin vermuten!

Ein Defätist.., ich... muss schon BITTEN,
ihr tut mir weh mit eurem fluchen,
Herr General, bei diesen Sitten,
da müsst ihr euch nen andren suchen
 

Ostern 2004

Weihnachten war Frieden auf Erden....
nur in der Bibel... an so besonderen Stellen,
nicht einmal da überall
Polyglottes Segensröcheln
erreicht nur noch ein Publikum
Die blinde alte Götterbraut
ins Hospiz gesteckt, vom Onkel aus Amerika,

Da ein Gruss
Die Bombenglocken verkündigen
den Kreuzigungszug.
Komm gesund zurück,
mein kleiner Gardeoffizier.
Ostern an der Front.
Überall ist Golgatha,

Wenn man um die Kleider würfelt
bebt die Welt.
Was erbebt, wenn man um die Welt würfelt?
Nicht einmal ein Mutterherz.
Ich bin stolz, er fiel für die freie Welt.
God bless’im
Er war ein Krieger Allahs
BUMM BUMMBUMM
gegen die Feinde Gottes
stolz habe ich Stücke seines Körpers begraben...

Wieso den steinigen Weg der Nächstenliebe gehen,
wenn man sich mit C4 ins Paradies sprengen kann.
Es ist schon ein rotes Kreuz mit dem grünen Halbmond.

Einen Schafbock geopfert,
statt Isaak und Ismael.
Sieh die Sterne am Himmel Abram,
so gross ist deine Schuld!

Geburt und Tod.
Ostern war wie Weihnachten

Ostern 2004
Das Bild von Abram, Isaak und Ismael soll nicht naseweis die Biblisch daraus entstehenden Völker anprangern. Es dient lediglich als Anspielung auf die drei Religionen, die einer Wiege entstiegen und ihren Eltern nur Kummer machen.
Ich sympathisiere nur mit einer Seite. Der Seite der Gewaltlosigkeit. Aber auch ich bin Schuld an der Gewalt. Ich bin Teil eines Systems, dass trotz seiner Möglichkeiten zu wenig tut um den Hunger den Durst, die Unterdrückung in der Welt zu beseitigen.
Die Verzweiflung und Angst treibt Menschen zu den gleichen Ergebnissen wie Machtgier. Diesen Teufelskreis müssen wir durchbrechen.
Dafür sind nötig: Eine aufgeklärte tolerante Weltanschauung oder Religion, Nahrung, sauberes Wasser, Wohnung, Arbeit, Bildung, Bildung, Bildung, medizinische Versorgung ohne Ansehen von Alter und Geschlecht. Der Rest ergibt sich durch das entstehende mitfühlende Gemeinwesen, das Verantwortung für sich und die Welt trägt.
Sagt nicht, dass das nicht möglich wäre. Es sofort zu haben ist nicht möglich, es zu erstreben aber unsere Pflicht. Es ist doch genuch suppe doo aff der Weld.

Aristoteles und Alexander,

Tritt aus dem Schatten junger Mann,
es steht dem Schüler nicht gut an,
sich vor dem Lehrer zu verbergen.
Der Feige sucht die Dunkelheit,
der Held, er wirft den Schatten weit
im Licht mit seinen Werken

Ein Argead´ versteckt sich nicht!
Doch auch ein König fällt im Licht
sollt er sich allzu sicher wiegen.
Was zählen da des Helden Taten,
selbst Götter werfen keinen Schatten,
wenn sie im Staube liegen

Etwas mehr Respekt, ich bitte doch!
Ihr seid kein Gott, auch steht ihr noch
Muss ich erst wie der Vater werden!
HERAUS!.....SOFORT!
DAS SCHWERT.....HINFORT!
Was sollen diese Drohgebärden!

Respekt! Respekt! EUER RESPEKT!
hat viel zu lang in Athen gesteckt.
Und doch bist du Metöke geblieben.
BESCHATTET von Schergen der Demokratie,
IM SCHATTEN des Hains der Akademie,
VON DEN SCHATTEN Platons getrieben.

Wohl! So ist all mein Reden Geschwätz,
Nur zu ! Es gilt eures Vaters Gesetz.
IHR werdet meiner nicht missen.
Ein Gott, der euch etwas Neues erklärt!
So bückt euch nieder, greift euer Schwert
und tötet dies Unwissen

Ach kommt! Hier bin ich.... Aristoteles!
Die Jugend, sie brennt leicht, ihr wisst es!
Oh helft mir dies Feuer zu zähmen.
Wenn es Euch gefällt,
erhell ich die Welt!
und hört endlich auf euch zu grämen.

Wie willst du Knabe die Welt erhellen?
Bleich, wie der Mond der Hunde Bellen?
Besonnen, wie Helios den Wagen lenkt?
Oder wie dessen vermessener Sohn?
Phäton! Allen Göttern zum Hohn,
der Himmel und Erde versengt?

Wie Alexander! Das wird mir reichen.
Vor dieser Fackel werden sie weichen,
die zahlreichen Völker der Oikomene
Helenen, Barbaren, alle gleich,
freie Brüder in meinem Reich!
Das ist, was ich ersehne!

Was ist das für ein dummes Gebaren,
den Hellenen sei Hegemon, Despot den Barbaren!
Die Macht ist ein Feuer, das ständig verzehrt.
Nimm dich in Acht vor ihrem Schein,
sonst wirst Du das nächste Opfer sein,
hast Du auch nur Licht begehrt

MEIN Name wird alles überdauern!
1000 Städte, ein Name, MEIN Name in Mauern!
Vom Olymp aus wird Zeus meinen Namen sehn.
Wenn Alles vergeht im Weltenbrand,
wird MEIN NAME als letzter genannt.
ALEXANDER wird weiter bestehn!

Seht, ...dieses Becken ist die Ewigkeit.
...mit Wasser gefüllt, ...das ist die Zeit.
Dort stehen alle Herrscher geschrieben.
Heut steht das Wasser, glatt und kalt.
Gestern war darin dein Name gemalt.
...DAS ist davon geblieben.

 

Alice in Wonderland

Always
live
in
childish
ease


in
new


Worlds
of
no
disease
effect
real
love
annoy
no one´s
dreams

 

Alice in Wonderland
Ich weiß nicht ob die Wortwahl stimmt oder es grammatikalisch richtig konstruiert ist, aber ich bin nun mal kein Muttersprachler. Es ist der Versuch die im Barock so beliebte Figur des Akrostichon mit einem Viktorianischen Thema zu verbinden.
Quatsch.... der Akrostichon ist mir vor ca. 15 Jahren eingefallen als ich nach der Lektüre von Alice in Wonderland zur Traudl ging und mich von ein paar Bier und einer jungen Dame (der dieses Gedicht auch gewidmet ist) inspirieren liess. Das Original notierte ich auf einen Bierdeckel, den ich an diesem Abend im Gegensatz zu meinem Gedächtnis verlor. War auch schon mal anders..... Ach diese Zeit... All fled all done...

Pongidae Beckmesseriae
wohlgemeinter Rat, an ein besonders
dumme Art von Kritikern, und nur die!


Wehe! Irgendso eine Sau
schwärmt von meinen Gedichten.
Ich schlag ihnen die Augen blau,
diesen Wichten!

Ach ihr tutet mich mögen.
Wie könnt ihr es wagen,
selbst, wenn sie nicht lögen,
schlüg es mir auf den Magen.

Böser Strahli tut euch verzagen!
Goethe, Heine, alle viel besser!
Das müsst ihr mir sagen,
unbelesene Beckmesser!

Ich dichte nicht um der bessre zu sein,
mögt ihr euch auch die Augen reiben,
ich verwandle auch kein Charakterschwein
ich versuche nur ein Mensch zu bleiben!

Versteht mich doch richtig,
ja ich beteure,
andere Meinung ist wichtig,
doch nicht die eure!

Auch wenn ich euch nun nichts bedeute,
so straft mich doch mit “Ungelesen”.
Stürb’ ich noch heute,
ich wäre Dichter gewesen!
 

Pongidae beckmesseriae
Klingt etwas hart und arrogant dieses Gedicht. Es richtet sich aber nicht gegen Kritiker allgemein, sondern an einen besonderen Schlag von Menschen. Statt zu sagen, dass ihnen mein Gedicht nicht gefällt oder es Schei.... finden, geben sie sich den Anstrich eines kompetenten, in allen Bereichen der Literatur bewanderten wohlmeinenden Kritikers. “Also der letzte Teil, den haben der Friedrich Schiller und der Heinrich von Heine! besser gelöst”. Und das von einem Affen, der über Hanni und Nanni nicht hinausgekommen ist.
Eine emotionale Kritik ist mir da allemal lieber.
Verzeiht, aber da packt mich so ein unheiliger Zorn......
Andererseits einen Idioten als Muse, das hat auch nicht jeder...;

Dichterlos

Was bin ich nur für ein Dichter?
ich...... wortlose Wonne,
fliehe der Lichter,
meide die Sonne.

monochromer grauer Schleier,
bedeckt mein müdes Gesicht.
ich fühl mich freier,
denn ihr seht mich nicht.

Aller Worte entkleid ich mich,
ich schmieg mich an die Erde
bis ich letztendlich
unsichtbar werde.

Wer die Qual hat,... hat die Worte
ohne Worte, keine Qual,
noch Seelenmorde,
hab ich die Wahl ?
 

Der Blender

Ist er ein Pfau? Oder nur dumm?
Nun.... er versteht das Rad zu schlagen,
er neigt zum Brimbamborium,
mit hochgerecktem Kragen.

Stolz schreitet er um seinen Schiet,
zeigt sich von allen Seiten,
“Seht, wie mir dieses wohl geriet!”
“Wie müsst ihr mich beneiden!”

Euch kümmert nicht, was er gemacht?
“Er sieht doch aus, wie frisch geleckt!”
Doch ich weiss, dass die ganze Pracht
an einem kleinem Arschloch steckt.

Herbstmorgen

Wo Licht war, ist Dunkel,
kein Vogel, kein Duft,
stummes Sternengefunkel,
Spinnweben, nasse Luft

Den Kragen hochgezogen,
Rauhreifiges Glitzerlicht,
Herbstwindwellen wogen
Blätter ins Gesicht

Von weitem, Gelärme
im morgenblauen Meer
schwimmen Krähenschwärme
daher.

Die letzten Blätter schweben,
kahl ist Busch und Strauch
zäh fließt das Leben,
über Dächern weißer Rauch.

Der Tag will sich nicht zeigen,
der Mond nicht untergehen,
Schweigen,
die Zeit bleibt stehen.

Woher ich kam?
... ich überlege .....
herbsteinsam
geh ich meiner Wege.
 

Rammer-Wahn!

Sie freun sich wie die kleinen Kinder,
jährlich auf die weisse Pracht,
ab August proben Sie den Winter,
von nun an wird die Nacht durchwacht.

Der erste Schnee ist voller List,
versteht es heimlich, leis zu rieseln,
wer da nicht auf dem Posten ist           
verschläft zu leicht das erste Grießeln

Der Begriff Schnee wird weit gefasst
hierfür gibt es keine Norm.
Der Schaufeljünger als Enthusiast
hält Regen für Schnee in nasser Form.

Dies Jahr da will es gar nicht werden.
So trocken wars Dezember noch nie,
und so warm, ach diese Kreislaufbeschwerden
all die fleissigen Schaufler in Agonie!

Dann Sonntag um fünf, am Ende der Schicht
was... ob mich zuletzt das Auge trügt?
eine Flocke, nein zwei, es schneit direkt dicht!
Oh Gott wie schön hast Du die Welt gefügt.

Die Schaufel, den Besen, die Fräse her.
Auf meinem Grund kommt eine Flocke zum Liegen.
Auf zu den Waffen, viel Feind viel Ehr,
wer den Anfängen wehrt, wird letztendlich obsiegen.

Als ertönte ein geheimes Startsignal
hört man es allerortens Kratzen,
Schneeflöckchen, sie sind in Überzahl,
sie schießen mit Kanonen auf Spatzen!

Nutzlos, aber fleissig, das Prinzip hat gesiegt,
und weckt das spöttische Dichterlein
wer früh um fünf noch in den Federn liegt
der ist auch sonst ein faules Schwein

Rechtschaffen ist, was müde macht
wie zufrieden nun der Schaufler schaut.
War es auch hart, es ist vollbracht
noch ehe alles weggetaut.

Du willst etwas gelten in diesem Land?
dann sei geschäftig ohne Not
Wen interessieren Geist und Verstand?
Die Dichter und Denker sind längstens tot.