Venusdurchgang

Am 8. Juni 2004 zog der Planet Venus zwischen 7.20 Uhr und 13.23 Uhr vor der Sonne vorbei, ich habe natürlich an dem Tag Urlaub genommen. Das Ereignis ist zwar periodisch, aber verdammt selten. 
Die Bahnebenen der Erde und der Venus sind um 3,4 Grad zueinander gekippt.
Schiebt sich die Venus zwischen Erde und Sonne befindet sie sich also in den allermeisten Fällen über- oder unterhalb der Sonne.
Nur wenn die Venusbahn die Bahnebene der Erde kreuzt, können sich Erde Venus und Sonne auf einer Linie befinden.
Ein Erdjahr dauert 365,25 Tage, ein Venusjahr 224,7 Tage. Dies führt zu folgendem Zyklus:

8 Jahre - 121,5 Jahre - 8 Jahre 105,5 Jahre

Mittels der genauen Daten eines Venusdurchgangs lassen sich Entfernungen im Sonnensystem bestimmen.
Aufgrund von Beobachtungen und den Keplerschen Gesetzen hatte man zwar eine Karte mit den relativen Abständen,
es fehlte aber der dazu passende Längenmaßstab. Die Venus zieht ihre Bahn ungefähr bei zwei Dritteln der Strecke Sonne-Erde.
Dieses bekannte Verhältnis brachte Edmond Halley auf die Idee mittels eines Venustransits und geometrischen Berechnungen die Entfernung zwischen Erde und Sonne zu bestimmen.
Damit lassen sich auch die anderen Distanzen im Sonnensystem berechnen.
In der Lebenszeit von Halley gab es leider keinen Venusdurchgang, zudem wird eine exakte Zeitmessung benötigt, und das nicht an einem Ort, sondern zumindest von zwei, möglichst weit voneinander entfernten Orten.. Was beim letzten Durchgang noch schwierig war, dürfte nun Dank satellitengenauer Ortsbestimmung und Atomuhren kein Problem mehr darstellen.
Ich hatte nicht so große Ambitionen, mir ging es um die eigene Beobachtung und ein paar Fotos.
Der Aufwand war minimal. Ich benutzte meine Fuji 6800Z, einen ausrangierten uralten Wohnzimmertisch, ein leidlich stabiles Stativ und ein Highend-Gerät. Den Pappsonnenprojektor von Astromedia (19,90 €), den ich bis in die Nacht zusammengebastelt hatte.
Dafür war das Ergebnis gut, Probleme mit dem schnellen Rauswandern der Sonne und der Schärfeneinstellung, den schwierigen Lichtverhältnissen muss man hinnehmen, aber selbstbeobachten macht halt Spaß. So nun aber einige Bilder.
Der nächste Durchgang findet 2012 statt. Also ne gute Möglichkeit, das in den naturkundlichen Unterricht einzubauen.
Egal, ob der in der Schule stattfindet, oder daheim. Holt die Kinder vom Compo weg, bastelt mit denen, macht Beobachtungen.
Erklärt und macht neugierig. So, nun aber einiger der Amateuraufnahmen.

 

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